Der VW-Skandal – was bedeutet er für Autofahrer?

Dieselabgase eines vom Abgasskandal betroffenen Autos

Das stinkt zum Himmel – der VW-Abgas-Skandal

Die Abgasmessung zeigt keine Überschreitungen der Emissionsgrenze, doch im Straßenverkehr produziert der Dieselmotor 40 mal so viel an Abgasen wie erlaubt. Verursacher dieser Manipulation, die zum VW-Abgas-Skandal geführt hat, ist eine Software, die in weltweit elf Millionen Dieselfahrzeugen installiert ist. Etwa ein Viertel davon befindet sich auf den deutschen Straßen. Für Fahrzeughalter, die eventuell im Besitz eines betroffenen Dieselautos sind, eine unschöne Situation. Denn jetzt kommen Fragen auf, zum Beispiel was der Skandal für Auswirkungen auf die grüne Umweltplakette und die TÜV-Untersuchung hat oder ob sich die Kfz-Steuer erhöht.

Manipulation wurde schon länger vermutet

Das International Council on Clean Transportation, eine unabhängige Non-Profit Organisation für sauberen Verkehr, deckte die Manipulation auf. Bereits Anfang 2014 wurden Abweichungen festgestellt, woraufhin die US Umweltschutzbehörde unterrichtet wurde. Nachdem der Volkswagen-Konzern darauf hingewiesen wurde, rief das Unternehmen Ende letzten Jahres rund eine halbe Million Dieselfahrzeuge zurück. Dieses Jahr überprüften sie erneut die VW-Modelle und wieder war die Emissionsgrenze enorm überschritten. Daraufhin gab der Konzern aus Wolfsburg die Manipulation zu.

Der Motor mit der Bezeichnung EA 189 wird durch die Software so eingestellt, dass das Dieselauto bei Emissionstests im Vergleich zum normalen Straßenbetrieb weniger Abgase erzeugt. Bei den Dieselmotoren handelt es sich um Drei- und Vierzylinder-Turbodiesel mit Hubräumen von 1,2 bis 2,0 Litern. Diese wurden ab 2009 nicht nur in VW-Modellen wie Golf, Jetta, Passat, Beetle und Tiguan, sondern auch in die Dieselfahrzeuge der Töchterunternehmen Audi, Skoda und Seat verbaut. Der Motor ist der Abgasnorm Euro 5 (seit 2009) zugewiesen. Dieselfahrzeuge mit Euro 6 Motor (seit 2014) sind nicht betroffen.

Hat mein Fahrzeug den entsprechenden Motor?

Ob auch Ihr Auto den EA-189-Motor hat und vom Abgasskandal betroffen sind können Sie ganz einfach feststellen. Die Nummer steht im Motorblock oder im mitgelieferten Service-Buch. Die Motornummer ist als Identifikationsnummer kenntlich gemacht.

VW-Skandal beeinträchtigt nicht die Sicherheit des Fahrzeugs

Der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn gab im Interesse des Unternehmens sein Amt auf, obwohl sein Vertrag noch bis Ende 2016 gelaufen wäre. Auf Winterkorn folgte der bisherige Vorstandsvorsitzende der Porsche AG, Matthias Müller. Volkswagen will nach eigenen Angaben fünf Millionen Dieselfahrzeuge zurückrufen. Der Konzern hat für den Rückruf bereits 6,5 Milliarden Euro zurückgelegt. Fahrzeughalter sollen in Kürze per Post in Kenntnis gesetzt werden, ob ihre Dieselautos nachjustiert werden müssen.

VW zufolge beeinflusse die Software die Sicherheit der Fahrzeuge nicht. Die Steuerung des Autos und die Technik seien nicht beeinträchtigt. Um die Abgaswerte zu überprüfen, können sich Fahrzeughalter auch an die Autobauer selbst wenden. Wenn die Werte die Grenze überschreiten, so kann Volkswagen laut der Verbraucherzentrale Bundesverband aufgefordert werden, das Dieselauto kostenlos nachzujustieren.

Kfz-Steuer, Umweltplakette und TÜV gelten nach wie vor

Wie es mit der grünen Umweltplakette weitergeht, ist noch unklar, da sich die Meinungen spalten. Gemäß dem ADAC gebe es zurzeit keinen Grund, Veränderungen vorzunehmen, da die Plakette auf den Ausstoß von Rußpartikeln und nicht von Stickoxiden verweist. Für die Zulassung und Umwelt-Einstufung sei das Kraftfahrtbundesamt zuständig. Von Johannes Remmel, Umweltminister in Nordrhein-Westfalen, heißt es wiederum, dass die Umweltplakette auch Stickoxide einbeziehe.

Der VW-Skandal um die Dieselfahrzeuge wird sich laut ADAC nicht auf die Kfz-Steuer auswirken, da lediglich der Hubraum, der Kraftstoff und der CO2-Ausstoß die Höhe der Steuer betreffen. Die Software manipuliert den Abgaswert von Stickoxiden. Unter den Automotoren stößt der Dieselmotor am meisten Sickoxide aus. Sollte sich herausstellen, dass auch CO2-Werte manipuliert wurden, ist eine Erhöhung der Kfz-Steuer nicht auszuschließen.

Die Hauptuntersuchung, die alle zwei Jahre durch den TÜV durchgeführt wird, ist ebenfalls nicht betroffen. Die Fahrzeuge durchlaufen ein Messverfahren, bei dem sich das Auto nicht im Rollenprüfstand befindet. Dabei werden der Kohlenmonoxid-Gehalt (CO) oder die Rußpartikel geprüft. Wie es tatsächlich mit der Kfz-Steuer, der Umweltplakette oder der TÜV-Hauptuntersuchung weitergeht, hängt davon ab, ob das Deutsche Kraftfahrt-Bundesamt Zulassungsänderungen vornimmt. Solange das nicht passiert, gilt alles wie gewohnt.

Bild: © fotohansel / fotolia.com

 

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