Saisonkennzeichen: Was Sie vor dem Saisonende erledigen sollten

Graues BMW-Z4-Cabrio mit offenem Verdeck steht auf einer laubbedeckten Wiese am Straßenrand
Foto: Thomas Gbur / Unsplash

Der letzte sonnige Oktobertag lädt noch einmal zur Ausfahrt ein. Danach soll das Cabrio bis zum Frühjahr stehen bleiben. Mit Saisonkennzeichen ist dafür vor allem ein Blick auf zwei Dinge wichtig: den eingetragenen Betriebszeitraum und den vorgesehenen Stellplatz. Wer beides früh prüft, muss das Fahrzeug am letzten Abend der Saison nicht unter Zeitdruck umstellen.

Dieser Beitrag konzentriert sich auf die Vorbereitung der Pause. Wie Sie den Betriebszeitraum wählen und ein Saisonkennzeichen beantragen, erklärt unser Grundlagenratgeber zum Saisonkennzeichen.

Das Enddatum ergibt sich aus dem Kennzeichen

Bei einem Saisonkennzeichen wird der Betriebszeitraum in vollen Monaten festgelegt. Steht rechts beispielsweise 04–10, umfasst die Saison April bis einschließlich Oktober. Die normale Nutzung auf öffentlichen Straßen ist auf diesen Zeitraum beschränkt. Außerhalb davon darf das Fahrzeug dort grundsätzlich weder gefahren noch abgestellt werden. Die gesetzlichen Vorgaben stehen in § 10 Absatz 3 FZV.

Notieren Sie den letzten Tag Ihrer persönlichen Saison. Planen Sie die letzte Fahrt zum Winterstellplatz mit etwas Abstand dazu. Dann bleibt Spielraum, wenn ein Termin ausfällt oder das Wetter nicht mitspielt.

Den Stellplatz vorab organisieren

Zwei mit hellen Schutzhüllen abgedeckte Autos stehen in einer Halle vor einem geschlossenen Rolltor
Foto: Adem Percem / Unsplash

Der Parkplatz am Straßenrand eignet sich nicht als Winterquartier für ein Fahrzeug außerhalb seines Saisonzeitraums. Auch ein abgeschlossenes Auto nimmt dort weiterhin öffentlichen Straßenraum in Anspruch. Die Beschränkung betrifft also das Parken ebenso wie das Fahren. Grundlage ist ebenfalls § 10 FZV.

Klären Sie bei einem gemieteten Stellplatz, ob Sie ihn während der gesamten Pause nutzen dürfen. Besprechen Sie Zufahrt, Schlüssel und mögliche Umräumtermine. Das ist besonders bei gemeinschaftlich genutzten Garagen hilfreich: Das Fahrzeug sollte im Winter nicht wegen einer Veranstaltung oder Baumaßnahme unerwartet weichen müssen.

Ruheversicherung im eigenen Vertrag prüfen

Bei Saisonverträgen kann außerhalb der Saison eine beitragsfreie Ruheversicherung bestehen. Welche Schäden abgedeckt sind und welche Anforderungen an den Abstellort gelten, ergibt sich aus Ihrem Versicherungsvertrag. Der Gesamtverband der Versicherer beschreibt hierfür die geschützte Unterbringung, beispielsweise in einer Garage oder auf einem vom öffentlichen Straßenraum abgegrenzten Platz. Bestehender Kaskoschutz und die jeweiligen Bedingungen sind dabei zu berücksichtigen. Quelle: GDV – Versicherung bei Saisonkennzeichen.

Fragen Sie beim Versicherer konkret nach Ihrem Stellplatz und dem gewünschten Schutz. Eine hilfreiche Formulierung lautet: „Mein Fahrzeug steht von November bis März an diesem Ort. Welche Schäden sind in dieser Zeit nach meinem Vertrag versichert?“ Bewahren Sie die Auskunft bei den Fahrzeugunterlagen auf.

Werkstatt und Pflege zeitlich passend einplanen

Prüfen Sie offene Werkstatttermine, bevor Sie das Fahrzeug einlagern. Fällt eine Untersuchung oder Reparatur in die Pause, stimmen Sie den Termin und eine gegebenenfalls erforderliche Beförderung frühzeitig ab. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Werkstatttermin automatisch jede Fahrt außerhalb der Saison erlaubt.

Für Batterie, Reifen und längere Standzeiten richten Sie sich nach den Vorgaben Ihres Fahrzeugherstellers. Unsere Hinweise zum Vermeiden von Standschäden helfen Ihnen, die richtigen Fragen für Fahrzeug und Stellplatz zusammenzustellen. Pauschale Handgriffe passen nicht gleichermaßen zu Motorrad, Oldtimer und Elektroauto.

Ihre Checkliste für die letzte Saisonwoche

  • Endmonat auf dem Kennzeichen ablesen und letzten Nutzungstag festhalten.
  • Stellplatz und Zugang für die gesamte Pause klären.
  • Versicherungsbedingungen für diesen Abstellort prüfen.
  • Letzte reguläre Fahrt und offene Werkstatttermine einplanen.
  • Fahrzeug nach Herstellervorgaben auf die Standzeit vorbereiten.
  • Schlüssel und Unterlagen an einem wiederauffindbaren Ort ablegen.

Wenn Sie im nächsten Jahr früher starten oder später aufhören möchten, kümmern Sie sich rechtzeitig um die Änderung des Betriebszeitraums. Die nötigen Schritte besprechen Sie mit Ihrer Zulassungsstelle.