Elektroauto gebraucht kaufen: Welche Fragen der Batteriecheck beantworten sollte

Ladestecker steckt in der geöffneten Ladebuchse eines dunkelblauen Elektroautos
Foto: Autotrader UK / Unsplash

Das gebrauchte Elektroauto wirkt gepflegt, die Laufleistung passt und im Display stehen 100 Prozent. Vor dem Kauf bleibt trotzdem eine wichtige Frage: Wie viel Energie kann die Antriebsbatterie im Vergleich zu ihrem Neuzustand noch speichern? Der aktuelle Ladestand beantwortet diese Frage nicht. Dafür ist eine Beurteilung des Batteriezustands nötig, häufig als State of Health, kurz SoH, bezeichnet. Die Bedeutung eines solchen Checks erläutert DEKRA zum Kauf gebrauchter Elektroautos.

Ein Batteriebericht ist besonders dann nützlich, wenn Sie ihn zusammen mit den übrigen Fahrzeugunterlagen lesen. Eine einzelne Prozentzahl sollte nicht die gesamte Kaufentscheidung tragen.

Was genau wurde geprüft?

Fragen Sie nach Datum, Fahrzeugzuordnung und Prüfverfahren. Wurde lediglich ein Wert aus dem Batteriemanagement ausgelesen oder kam ein weitergehendes Messverfahren zum Einsatz? Der TÜV-Verband weist darauf hin, dass ausgelesene SoH-Werte wegen fehlender einheitlicher Grundlagen nicht ohne Weiteres vergleichbar sind. Er fordert deshalb transparente und herstellerunabhängige Bewertungsverfahren. Quelle: TÜV-Verband zur Batteriegesundheit.

Lassen Sie sich erklären, auf welche Ausgangskapazität sich der angegebene Wert bezieht. Prüfen Sie, ob Fahrzeugidentifikationsnummer, Kilometerstand und Prüftermin zum angebotenen Auto passen. Bleibt eine Angabe unklar, bitten Sie um Erläuterung durch die prüfende Stelle. Das ist hilfreicher, als eine scheinbar präzise Zahl ungeprüft mit einem anderen Inserat zu vergleichen.

Passt das Auto zu Ihrer längsten normalen Woche?

Beschreiben Sie zunächst Ihren Bedarf: Arbeitsweg, regelmäßige Besorgungen, Wochenendfahrten und vorhandene Lademöglichkeiten. Betrachten Sie dabei auch die Tage, an denen mehrere Wege zusammenkommen. Die Frage lautet nicht nur, ob Sie das Auto irgendwo laden können, sondern wann dieser Ladevorgang in Ihren Alltag passt.

Der TÜV-Verband empfiehlt, Reichweite und Ladefähigkeit gemeinsam zu prüfen. Gerade ältere Fahrzeuge unterscheiden sich bei Wechselstromladen und Schnellladefähigkeit deutlich. Entscheidend ist die konkrete Ausstattung des angebotenen Autos. Quelle: TÜV-Verband – Tipps für gebrauchte Elektroautos.

Planen Sie auf der Probefahrt deshalb auch einen geeigneten Ladestopp ein, sofern dies mit dem Verkäufer vereinbart werden kann. Lassen Sie sich die vorgesehenen Anschlüsse und die Bedienung zeigen. Notieren Sie offene Fragen direkt am Fahrzeug.

Garantieunterlagen getrennt vom Batteriebericht lesen

Ein guter Messwert und eine verbleibende Herstellergarantie sind unterschiedliche Informationen. Prüfen Sie die Garantiebedingungen des konkreten Fahrzeugs: Laufzeit, Kilometergrenze, zugesicherte Kapazität und weitere Voraussetzungen. Der TÜV-Verband empfiehlt ausdrücklich den Blick in diese Bedingungen.

Bitten Sie um nachvollziehbare Unterlagen statt einer mündlichen Aussage wie „Auf den Akku ist noch lange Garantie“. Halten Sie außerdem fest, welches Ladekabel und sonstiges Zubehör zum Kauf gehören. So vergleichen Sie zwei Angebote anhand derselben Punkte.

Auch Bremsen und Fahrwerk gehören zum Check

Kfz-Mechaniker prüft Fahrwerk und Unterboden eines Autos auf der Hebebühne
Foto: Jimmy Nilsson Masth / Unsplash

Ein Elektroauto braucht weiterhin eine sorgfältige Gebrauchtwagenprüfung. Der TÜV-Verband nennt unter anderem Bremsen, Fahrwerk, Reifen, Ladebuchse und Ladekabel als Prüfpunkte. Ein Batteriecheck deckt diese Bereiche nicht automatisch mit ab. Quelle: TÜV-Verband – Technische Besonderheiten beim Gebrauchtkauf.

Für den Besichtigungstermin empfehlen wir eine gemeinsame Notiz mit vier Spalten: Punkt, Nachweis, offene Frage und vereinbarte Klärung. Tragen Sie Batteriebericht, Garantie, Wartungshistorie, Ladeausstattung und allgemeinen Fahrzeugzustand ein. Unterschreiben Sie erst, wenn die für Ihre Entscheidung wesentlichen Punkte verständlich beantwortet sind.

Nach der Auswahl helfen unsere Informationen zur Gebrauchtwagen-Zulassung bei den Formalitäten. Was ein E-Kennzeichen bedeutet, erläutert der Ratgeber zum E-Kennzeichen.