Digitaler Fahrzeugschein: Was die i-Kfz-App im Alltag kann

Autoschlüssel, Smartphone und Geldbörse nebeneinander auf einer hellen Fläche
Foto: Sahej Brar / Unsplash

Der Autoschlüssel liegt bereit, aber der Fahrzeugschein steckt noch in der Jacke der Person, die gestern gefahren ist. Bei gemeinsam genutzten Fahrzeugen ist das ein vertrautes Problem. Der digitale Fahrzeugschein kann diesen Handgriff erleichtern: Die Zulassungsbescheinigung Teil I lässt sich in der offiziellen i-Kfz-App verwalten und anderen Fahrenden zur Verfügung stellen. So beschreibt es das Kraftfahrt-Bundesamt als Herausgeber der App.

Praktisch wird die Umstellung vor allem dann, wenn Sie sie vor der nächsten Fahrt in Ruhe ausprobieren. Zur Einrichtung gehören die richtige App, die Identifizierung und ein kurzer Funktionstest.

So kommt der Fahrzeugschein aufs Smartphone

Die offizielle App heißt i-Kfz. Achten Sie im App-Store auf den Herausgeber Kraftfahrt-Bundesamt. Zum Hinzufügen eines Fahrzeugscheins stehen die Online-Ausweisfunktion oder ein dafür ausgestellter QR-Code zur Verfügung. Einen solchen Code können Sie im Zusammenhang mit einer Zulassung oder auf Anfrage bei der Zulassungsstelle erhalten. Beim Öffnen der App werden Aktualität und Gültigkeit der hinterlegten Dokumente geprüft. Ein bereits geladenes Dokument lässt sich auch ohne Internetverbindung anzeigen. Diese Funktionen erläutert das KBA in der App-Beschreibung.

Legen Sie für den ersten Versuch Ausweis und Fahrzeugdaten bereit. Starten Sie die Einrichtung zu Hause und prüfen Sie anschließend, ob das richtige Fahrzeug angezeigt wird. Das erspart die Suche nach einer PIN oder einer passenden Internetverbindung unmittelbar vor dem Losfahren.

Was bei einer Kontrolle gilt

In Deutschland kann der gültige digitale Fahrzeugschein die Mitführpflicht erfüllen. Zeigen Sie dafür das Dokument in der App; ein Foto oder Screenshot ist kein gleichwertiger Ersatz. Für Auslandsfahrten müssen Sie die Papierfassung weiterhin mitnehmen. Das Bundesverkehrsministerium empfiehlt sie außerdem für die Hauptuntersuchung. Vorhandene Beiblätter sollten ebenfalls in Papierform mitgeführt werden, solange sie digital nicht verfügbar sind. Einzelne Eintragungen können in der App noch eingeschränkt dargestellt werden. Maßgeblich sind die aktuellen Nutzungshinweise des BMV.

Unser Vorschlag für Ihre Reisevorbereitung: Legen Sie die Fahrzeugpapiere zusammen mit den übrigen Reiseunterlagen bereit. Dann müssen Sie nicht erst am Abreisetag überlegen, welches Dokument auf dem Handy genügt.

Ein Auto, mehrere Fahrerinnen und Fahrer

Über die Teilen-Funktion lässt sich ein Abbild des Fahrzeugscheins per Link oder QR-Code weitergeben. Dabei ist auch eine zeitliche Begrenzung möglich. Die empfangende Person benötigt die App. Vor einem Fahrzeugverleih sollten beide Seiten prüfen, ob das Dokument tatsächlich auf dem zweiten Gerät angekommen ist. Die Einzelheiten erklärt das BMV zum Teilen des Fahrzeugscheins.

Vereinbaren Sie für die Übergabe eine einfache Reihenfolge: Schlüssel übergeben, Dokument aufrufen, Rückgabezeit besprechen. Nutzen mehrere Personen das Fahrzeug regelmäßig, lohnt sich ein gemeinsamer Probelauf. Bei einer kurzen Leihe können Sie die Freigabe passend zur vereinbarten Nutzungsdauer wählen.

Vor der ersten Fahrt kurz prüfen

  • Ist der Fahrzeugschein in der App aufrufbar?
  • Gehört das angezeigte Dokument zum richtigen Fahrzeug?
  • Hat die Person am Steuer Zugriff darauf?
  • Reicht der Akkustand für die geplante Fahrt?
  • Liegen für eine Auslandsfahrt die Papierunterlagen bereit?

Der digitale Fahrzeugschein ersetzt keinen Zulassungsantrag. Wenn Sie ein Auto an-, um- oder abmelden möchten, hilft unser gesonderter Ratgeber zur Online-Zulassung mit i-Kfz. Welche Angaben in den Fahrzeugpapieren stehen und wofür Teil I und Teil II gebraucht werden, erläutert der Überblick zur Zulassungsbescheinigung.